Rechtmäßigkeit Des Kaufs TAG Heuer Autavia: Alles über den Kult-Chronographen Replikat-Einkaufsführer

Vor 55 Jahren brachte Heuer die ehemalige Cockpit-Stoppuhr Autavia als Chronograph ans Handgelenk. Nun legt TAG Heuer das begehrte Modell wieder auf, und zwar mit neuem Manufakturkaliber. Die Heuer-Community und Jean-Claude Biver persönlich, legendäre historische Modelle und der Wunsch nach Zukunftsfähigkeit – sie alle trugen zur Rückkehr der TAG Heuer Autavia bei.

Sie interessieren sich für TAG Heuer? Hier sind die 5 wichtigsten Fakten zu der Marke.

TAG Heuer: Autavia
TAG Heuer: Autavia

Am 20. September 2016 trafen sich beim Heuer Collector’s Summit in La Chaux-de-Fonds zahlreiche Sammler. Mit dabei: historische Zeitmesser aller Art. Auch TAG-Heuer-CEO Jean-Claude Biver war im Hauptquartier zugegen. Eine seiner wichtigen Botschaften: Tradition wird weiterhin groß geschrieben.

Ehrenpräsident Jack Heuer zeigte sich begeistert von der aktuellen Entwicklung des einst von ihm geleiteten Unternehmens. Im Zentrum des Geschehens, das zeigten die vielen Exponate, standen mehrere Generationen der Autavia, einer Kultuhr, die nun mit neuem Manufakturwerk auf die Bühne der Zeitmesskunst zurückkehrt.

Die Autavia ist ein Meilenstein der TAG-Heuer-Geschichte. Die Markenhistorie im Überblick finden Sie hier im kostenlosen Download.

Begeisterter Träger: TAG-Heuer-Ehrenpräsident Jack Heuer mit der neuen Autavia
Begeisterter Träger: TAG-Heuer-Ehrenpräsident Jack Heuer mit der neuen Autavia

Die überfällige Renaissance planten Jean-Claude Biver und sein Team mit einer Vorlaufzeit von 18 Monaten. “Man darf nie vergessen, dass ich erst am 10. Dezember 2014 zu TAG Heuer gestoßen bin. Und dann dauerte es etwa sechs Monate, bis ich die Autavia nach einem Hinweis von Jack Heuer entdeckte.”

Die Heuer-Community stimmte über die neue Autavia ab

Nun stellte sich die Frage, welche der ab 1962 hergestellten Autavias die richtige sei. “In dieser Situation kamen wir auf die Idee, die große Heuer-Community einzubeziehen.” Im Rahmen einer Art Wahl konnten sich Sammler und Markenfans für eines von 16 Modellen entscheiden – zwölf waren historisch und vier der Fantasie entsprungen. Am Ende des Verfahrens zählte man 55.000 eingegangene Stimmen. Aus den vier Finalisten mit den meisten Stimmen ging schließlich die legendäre “Jochen-Rindt”-Referenz 2446 von 1966 als Sieger hervor. Hierbei handelt es sich um eines der spannendsten und daher in Sammlerkreisen begehrtesten Autavia-Modelle.

1966: Die dritte Generation der Referenz 2446 bildete die Basis für die Neuauflage
1966: Die dritte Generation der Referenz 2446 bildete die Basis für die Neuauflage

Trotz dieser Steilvorlage verlangte das Comeback der Ikone dem Designteam um Christoph Behling einiges ab. Auf der einen Seite sollte die Optik des gesuchten und auf Auktionen teuer bezahlten Originals erhalten bleiben. “Aber ich wollte”, sagt Jean-Claude Biver, “unter keinen Umständen eine bloße Replik, kein reinrassiges Retromodell, sondern die DNA mit Aspekten der Zukunft versehen. Zum Beispiel waren mir die einstigen 38 Millimeter Gehäusedurchmesser für heutige Verhältnisse zu wenig.” Daher lautete die Vorgabe 42 Millimeter.

Wie das Design der TAG Heuer Autavia entstand

Doch einfaches Aufblasen des Bestehenden zu den anvisierten Dimensionen hätte die gelungenen Proportionen und damit den Mythos Autavia zerstört. Weil eine gestalterische Revolution ebenfalls nicht zur Debatte stand, blieb nur gekonnte Evolution. Also begaben sich die Produktgestalter zum intensiven Studium des Überlieferten ins TAG-Heuer-Museum. Was sie dort sahen, mündete in ein breites Spektrum unterschiedlicher Zeichnungen. Ein Rundum-Scan der auserkorenen Vorbildreferenz sowie ein schneller Grafikcomputer zauberten Dreidimensionalität auf den Bildschirm. Auf dieser Grundlage gedieh das herausfordernde Projekt. Beim Streben nach Vollkommenheit galt der markanten Drehlünette und ihrer Befestigung am Gehäuse besonderes Augenmerk. Die um zehn Prozent vergrößerte Schale verlangte nach einem deutlich breiteren Glasrand.

Als Vorbild für die neue Autavia diente die Referenz 2446 des Rennfahrers Jochen Rindt
Als Vorbild für die neue Autavia diente die Referenz 2446 des Rennfahrers Jochen Rindt

Nicht minder bedeutend für den optischen Auftritt einer Armbanduhr und ihren Tragekomfort sind die Bandanstöße. Hier kommt es gleichermaßen auf Form und Länge an, und sie müssen exakt zum Gehäuseprofil passen. Studien führten außerdem zur Eliminierung unschöner Lücken zwischen Armband und Handgelenk.

Beim Oberflächenfinish leistete der hausinterne Kundendienst wertvolle Hilfestellung: Auf den ausschließlich hochglanzpolierten Flächen der Vintage-Modelle sieht man selbst kleinste Kratzer unverzüglich. Diesem unliebsamen Sachverhalt wirken nun die satinierten Flanken der Bandanstöße entgegen.

Vor allem beim Zifferblatt wurde die Vergangenheit groß geschrieben. Gesetzt waren die überlieferte Dreidimensionalität und der sogenannte Panda-Look, also tiefer liegende und farblich akzentuierte Flächen für die kleine Sekunde und die beiden Chronographenzähler.

Retro in Reinkultur: Die neue TAG Heuer Autavia mit kontrastfarbigem Zifferblatt und Lederband
Retro in Reinkultur: Die neue TAG Heuer Autavia mit kontrastfarbigem Zifferblatt und Lederband

Ein Fensterdatum hatten die befragten Puristen der Authentizität wegen mehrheitlich abgelehnt. Diesem Votum wollte Biver jedoch nicht folgen, denn für ihn ist die Indikation im Alltagsleben von größter Bedeutung. Sie wurde dezent in der kleinen Sekunde platziert.

Im Gegensatz zur Ur-Autavia besitzt der Newcomer einen Sichtboden, durch den sich das Automatikkaliber Heuer 02 zeigt. Dieses ist in seiner jetzigen Form neu, hat aber dennoch eine bewegte Vergangenheit. 2011 hatte der damalige Markenchef Jean-Christophe Babin ein ambitioniertes Projekt angestoßen: Er wollte das erste vollständig selbst entwickelte und gefertigte Chronographenkaliber in der jüngeren Unternehmensgeschichte, nachdem die Basis des ebenfalls selbst produzierten Kalibers 1887, heute Heuer 01 genannt, von der japanischen Manufaktur Seiko stammt.

Aus eigener Manufaktur: Das Kaliber Heuer 02 ist ein modernes Automatikwerk
Aus eigener Manufaktur: Das Kaliber Heuer 02 ist ein modernes Automatikwerk

Neben den beträchtlichen Herstellungskosten bedingt durch lange Montagezeiten baut dieses Uhrwerk mit Schaltradsteuerung und Schwingtrieb-Kupplung 7,13 Millimeter hoch – für Babin einfach zu viel. Außerdem erinnerte ihn die senkrechte Anordnung der Chronographenzähler zu sehr an das bekannte Eta-Kaliber Valjoux 7750.

Flach und preiswert: Der Anspruch an das Manufakturkaliber
Und zweitens tickt in der Tag Heuer Uhren Aquaracer Damen Replik uhr Uhren Aquaracer Damen Replik Uhr eben nur ein Quarzwerk; bei den Hardcore-Uhrensammlern fällt sie damit unten durch. Dennoch dürfte auch sie bei den rund 500.000 Besuchern des Events schnell weggehen. Zumal es in den USA seit Jack Heuers Zeiten zum guten Ton gehört, seinem Sohn zum Eintritt ins College eine Heuer-Uhr mit auf den Lebensweg zu geben. Dafür muss es ja nicht gleich teure Mechanik sein. Das bis 200 Meter wasserdichte Edelstahlmodell mit Titanlünette, das mit einem zusätzlichen Textilband ausgeliefert wird, kostet 1369 Euro.Damit sind beide neuen Uhren immer noch deutlich günstiger als das Original. Alte Heuer-Carrera-Chronografen kosten inzwischen mindestens das Doppelte der neuen Modelle, wenn man sie denn überhaupt noch findet. Und selbst viele Profis sind heute sehr erstaunt über den rasanten Preisanstieg alter Heuer-Uhren, deren Wert hat sich in den vergangenen 15 Jahren vervielfacht. Wem die Sammler das zu verdanken haben, dürfte wohl jedem klar sein. Dem Mann, der nie aufhörte, an seine Marke zu glauben. Auch wenn sie ihm selbst nicht mehr gehörte. Und der selbst mit gebrochenem Fuß mit mehr als 80 Jahren noch Interviews gab.Das Thema „Smartwatch“ ist mittlerweile so weit verbreitet, dass sich auch Schweizer Luxusuhren-Hersteller darüber nicht nur Gedanken machen, sondern in Form der seit kurzem erhältlichen auf Android Wear (Version 5.1.1) basierenden TAG Heuer Carrera Connected auch entsprechende Produkte auf den Markt bringen. Mit 1.350 EUR ist die TAG Heuer Connected durchaus als kostspielig zu bezeichnen. Allerdings steht sie nicht allein da mit diesem recht hohen Kaufpreis. Die eckige Apple-Watch in der edlen Hermès-Edition kostet mit 1.350 EUR (Single Tour 42 mm, Single Tour 38 mm 1.300 EUR) exakt genauso viel. Zufall? Wer es richtig „krachen“ lassen möchte, kann sich die „Apple Watch Hermés Cuff 42 mm“ mit Barenia Lederarmband (besonders breit, besonders aufwändig gefertigt) für 1.750 EUR gönnen.

Die Höhenvorgabe für die Eigenkreation lautete: nicht höher als das El Primero von der Schwestermarke Zenith, also 6,5 Millimeter. Weitere Kriterien waren Rotoraufzug, Fensterdatum, Schaltrad, Vertikalkupplung sowie – als offensichtliches Unterscheidungsmerkmal zu den Valjoux-Kalibern – die Chronographenzähler in horizontaler Anordnung.

Auf eine kostengünstige Herstellung mussten die Techniker ganz besonders achten. Unter diesen Vorzeichen entstand bei TAG Heuer 2013 das Kaliber 1969, das kurz darauf in CH-80 um getauft, unter der Ägide von Jean-Claude Biver erst einmal auf Eis gelegt wurde und nun als Heuer 02 auf den Markt gelangt.

Für das verspätete Erscheinen gibt es gleich mehrere Gründe. Zu nennen sind vor allem Kinderkrankheiten, die TAG Heuer grundlegend angehen musste. Das Resultat tiefgreifender Optimierung zeigte sich erstmals 2016 beim Kaliber Heuer 02T, das den preisgünstigsten Tourbillon-Chronographen der Welt beseelt. Die damit ausgestattete Titan-Carrera mit kratzfester Titankarbidbeschichtung ist ab 14.300 Euro erhältlich.

Eindrucksvoller Beweis für das erfolgreiche Ausmerzen der Schwachstellen sind insgesamt 710 COSC-Chronometerzertifikate im Jahr 2016 für dieses Uhrwerk. 2017 soll, wenn alles wie geplant läuft, die Schweizer Chronometerprüfstelle sogar 3.000 solcher Zeugnisse ausstellen. “Ausfallquoten von weniger als drei Prozent sprechen für die Qualität dieses Uhrwerks”, bemerkt Biver.

Herausforderung für die Konstrukteure

Wer auf das Tourbillon verzichten kann, aber eine wirklich neue zeitschreibende Ära erleben möchte, sollte sich mit dem “einfachen” Heuer 02 in der neuen Autavia beschäftigen. Insbesondere die intendierte flache Bauweise dieses Manufakturkalibers kristallisierte sich während der Erprobung als Achillesferse heraus. Nur mit einer sehr dünnen Chronographenbrücke, unter der sich alle zeitschreibenden Schaltvorgänge abspielen, ließ sich das ehrgeizige Ziel erreichen. Exakt dieses Bauteil hielt rauem Alltagsbetrieb und Fehlbedienungen jedoch nicht zuverlässig stand.

Eine Flyback-Funktion ist dem Heuer 02 nicht zu eigen. Beim Versuch, den Chronographen ohne Zwischenstopp neu zu starten, deformierte der stabile Nullstellhebel besagte Chronographenbrücke. Die Lösung des Problems bestand in einer kräftigeren, aber auch dickeren Ausführung – mit der Folge, dass die Gesamthöhe des Tag Heuer Uhren Zürich Replik uhr Uhren Zürich Replik Uhrwerks auf 6,9 Millimeter kletterte.

Das Kaliber Heuer 02 kommt fast vollständig ohne Schrauben aus
Das Kaliber Heuer 02 kommt fast vollständig ohne Schrauben aus

Optimierungsbedarf gab es ferner beim Aufzugs- und Zeigerstellsystem: Nicht tief genug ineinander greifende Zahnräder verursachten beim Drehen der Zeiger klickende Geräusche. Nach einer Modifikation funktioniert die unter dem Zifferblatt positionierte halbspringende Datumsschaltung nun deutlich präziser. Und, viel wichtiger: Manuelle Eingriffe während des mitternächtlichen Schaltvorgangs nimmt sie dem Träger nicht mehr krumm.

Auf der Vorderseite des Tag Heuer Uhren In Köln Replik uhr Uhren In Köln Replik Uhrwerks haben die Konstrukteure übrigens auch das voluminöse Federhaus für 80 Stunden Gangautonomie untergebracht. Im Servicefall lässt es sich in nur zehn Minuten austauschen. Passé die zeitaufwendige Demontage der rückwärtig montierten Automatik- und Chronographenbaugruppe. Den darin untergebrachten Energiespeicher spannt ein zentral positionierter, über dem gesamten Werk drehender Kugellagerrotor. Dass er nur in einer Drehrichtung wirkt, tut der Effizienz keinen Abbruch.

Handlungsbedarf bestand auch beim Schwing- und Hemmungssystem, das der Spezialist Atokalpa beisteuerte. Nach einer Reihe von Verbesserungen sind die Uhrwerke den COSC-Präzisionsanforderungen problemlos gewachsen.

Beim Blick auf das Chronographenschaltwerk wird das Miteinander von Tradition und Innovation offenkundig. Ersterer huldigt das klassische Schaltrad zur Steuerung der Funktionen. Als einziges Bauteil neben der nun sehr stabilen Chronographenbrücke ist es mit der Grundplatine verschraubt. Der Rest dieser Mechanik repräsentiert den allerneuesten Stand der Technik. Sämtliche Komponenten, unter anderem die gestanzten Start-, Stopp-, Blockier- und Nullstellhebel sowie Halte- und Druckfedern, werden lediglich zusammengesteckt oder eingehängt. Rund 50 Prozent der kostspieligen Montagezeit spart sich TAG Heuer allein durch die intelligente schraubenlose Konstruktion. Beim Betätigen des Startdrückers stellt eine kräfteschonende und vor allem ruckfrei agierende Friktionskupplung die Verbindung zum eigentlichen Uhrwerk her.

Betont sportlich: die TAG Heuer Autavia mit Edelstahlband
Betont sportlich: die TAG Heuer Autavia mit Edelstahlband

Das TAG-Heuer-Team um Generaldirektor und Entwicklungschef Guy Sémon agiert nach der Devise, dass Verzichtbares oder Eingespartes später auch keinen Schaden nehmen kann. Dementsprechend braucht es für den kompletten, mit vier Hertz tickenden Mikrokosmos lediglich 233 Teile. Zum Vergleich: Das bekannte Valjoux 7750 mit den gleichen Funktionen besteht immerhin aus rund 250 Komponenten.

Wie die TAG Heuer Autavia gefertigt wird

Die Produktion des Kalibers Heuer 02 erfolgt in Chevenez nahe der französischen Grenze und in La Chaux-de-Fonds unter dem Vorzeichen konsequenter Arbeitsteilung. Platinen, Brücken und Kloben fräst und garniert TAG Heuer mit Hilfe einer ganzen Armada moderner Fertigungszentren. Von handverlesenen Zulieferern stammen die Hemmung sowie die Räder und Stahlteile des Chronographen.

Zum finalen Akt im Entstehungsprozess des Kalibers Heuer 02 gehört das Regulieren in den fünf klassischen Lagen. Bezüglich der Ganggenauigkeit sind klare Grenzen zwischen null und +8 Sekunden pro Tag gesteckt. Etwas größer, nämlich zwischen -2 und +8 Sekunden, ist die Toleranzspanne bei eingeschaltetem Chronographen.

Wenn die abschließende Kontrolle des fertigen Gesamtkunstwerks keine Einwände zutage fördert, nimmt das Kaliber Heuer 02 seinen Weg nach La Chaux-de-Fonds. Dort erfolgen die Montage des in eigener Manufaktur gefertigten Zifferblatts, das Setzen der Zeiger sowie das Einschalen. Ganz zum Schluss bringen Laser auf dem Gehäuse Referenz- und Seriennummer an. Die Montage des Armbands macht danach aus der halben jene ganze Sache, welche sich schlussendlich noch gewissenhaft unter die Lupe nehmen lassen und samt zugehörigen Dokumenten verpacken lassen muss.

Die TAG Heuer Autavia Calibre Heuer 02, wie die neue Tag Heuer Uhren Damen Replik uhr Uhren Damen Replik Uhr mit vollem Namen heißt, geht mit Lederband für 4.600 Euro in den Handel, am Edelstahlband kostet sie 4.750 Euro.

Autavia – Modelle und Anekdoten

Die Autavia war nicht immer eine Armbanduhr: Als sie 1933 auf der Bildfläche erschien, dachte im Hause Heuer noch niemand an einen Stopper fürs Handgelenk. Die Debütanten verkörperten reinrassige Bordinstrumente für Automobile und Flugzeuge. Aus den Begriffen “automobile” und “aviation” generierten Charles-Edouard und Hubert-Bernard Heuer, die das Familienunternehmen in dieser Epoche lenkten, das Kürzel “Autavia”.

1933: Ursprünglich war die Autavia ein Cockpitinstrument für Autos und Flugzeuge
1933: Ursprünglich war die Autavia ein Cockpitinstrument für Autos und Flugzeuge

Erst Jack Heuer machte sich Anfang der sechziger Jahre an die Kreation ausdrucksstarker Armbandchronographen. Ihren Einstand gaben die stählernen Zeitschreiber 1962 in Gestalt der Referenz 2446 mit 30-Minuten- und Zwölf-Stunden-Zähler sowie der nur mit einem Minutenzähler ausgestatteten Referenz 3646. In beiden Varianten verbaute Heuer eines der damals besten Handaufzugskaliber: das feine Valjoux 72 mit Schaltrad und horizontaler Räderkupplung.

1962: Die erste Armbanduhr mit Namen Autavia war die Referenz 2446
1962: Die erste Armbanduhr mit Namen Autavia war die Referenz 2446

Beide Startreferenzen erfuhren im Laufe der Jahre mehrere gestalterische Modifikationen. Ungeachtet dessen bilden die Autavia-Geschwister das Fundament für einen chronographischen Mythos, der bei zahlreichen Sammlern rund um den Globus deutlich höher im Kurs steht als andere TAG-Heuer-Klassiker wie beispielsweise Carrera oder Monaco. Einen Grund für diese Begehrlichkeit liefern internationale Automobilsport-Stars, die ihre Handgelenke mit einer Autavia zu schmücken pflegten. So blickte Jochen Rindt auf die dritte Ausführung der Referenz 2446 aus dem Jahr 1966, die der heutigen Autavia als Vorbild diente. Deshalb trug sie den Beinamen des mehrfachen Grand-Prix-Siegers, der am 5. September 1970 in Monza beim Training zum Großen Preis von Italien tödlich verunfallte.

1962: Gleichzeitig erschien die Referenz 3646 ohne Stundenzähler
1962: Gleichzeitig erschien die Referenz 3646 ohne Stundenzähler

Auf die Referenz 3646, ebenfalls in ihrer dritten Ausführung, setzte Mario Andretti. Gilles Villeneuve nannte ab 1964 eine Referenz 73663 mit dem Valjoux-Handaufzugskaliber 7736 sein Eigen.

1968: Die Referenz 2446 GMT bot einen 24-Stunden-Zeiger für eine zweite Zonenzeit
1968: Die Referenz 2446 GMT bot einen 24-Stunden-Zeiger für eine zweite Zonenzeit

Das Jahr 1968 brachte die Referenz 2446 GMT, deren Handaufzugskaliber Valjoux 724 über einen zusätzlichen 24-Stunden-Zeiger verfügte. Auch das 1969 als eines der weltweit ersten automatischen Chronographenwerke vorgestellte Kaliber 11 fand in die Autavia. Und zwar zunächst in die Referenz 1163, für die sich Jo Siffert, Clay Regazzoni, Derek Bell und Graham Hill entschieden.

1969: Die Referenz 1163 war mit dem frühen Automatikchronographen-Kaliber 11 ausgestattet
1969: Die Referenz 1163 war mit dem frühen Automatikchronographen-Kaliber 11 ausgestattet

An den Folgen der Quarzrevolution vermochte die Begeisterung der Formel-1-Piloten freilich nichts zu ändern. Dementsprechend schleppend gestaltete sich der Verkauf mechanischer Armbandchronographen in den siebziger Jahren. Kontinuierlich zurückgehende Bestellungen des tradierten Fachhandels ließen Jack Heuer in den USA zu unkonventionellen Vertriebsmethoden greifen: Mehrere Monate lang fügte Reynolds Tobacco jeder Stange Viceroy einen Gutschein bei, der zum Erwerb eines speziell gestalteten Autavia-Chronographen für nur 88 Dollar berechtigte. Der Erfolg gab den Beteiligten Recht: Nicht weniger als 160.00 Uhren hatte Heuer am Ende der Aktion verkauft.

2003 bescherte TAG Heuer der Autavia eine erste Renaissance. An diesem Hommage-Modell mit dem Calibre 11, einem Mix aus Eta-Automatik und Dubois-Dépraz-Modul, hatte Jack Heuer tatkräftig mitgewirkt. Analog zum Vorbild, der Referenz 1163 von 1969, fand sich die wegen der Aufzugsautomatik eher selten benötigte Krone links am Gehäuse.

2003: Diese Uhr mit Eta-Werk und Dubois-Dépraz-Modul war die erste Autavia der Neuzeit
2003: Diese Uhr mit Eta-Werk und Dubois-Dépraz-Modul war die erste Autavia der Neuzeit

Und 2017, so viel sei auch noch verraten, wird die Manufaktur Jack Heuer zum 85. Geburtstag mit einem limitierten Sondermodell aus dem Autavia-Fundus ehren. Auf die Gestaltung des ihm gewidmeten Modells hat der Chronographenspezialist selbstverständlich Einfluss genommen. glb

Alles über die Marke TAG Heuer erfahren Sie im Chronos Special 2016:
Hier für 7,90 Euro gedruckt bestellen oder hier für 5,90 Euro als Download.

[1575]

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.